344 Seiten
351 Abbildungen
broschiert
ISBN 978-3-927948-12-9

39,00 €

D. W. Winnicott

Die therapeutische Arbeit mit Kindern

Die Technik des Squiggle oder Kritzelspiels

Aus dem Englischen von Erika Nosbüsch

Donald W. Winnicott (1896 – 1972), englischer Psychotherapeut und Kinder­analytiker, kam unter dem Einfluß Melanie Kleins von der Pädiatrie zur Psychoanalyse. Er zählt heute zu den bedeu­tendsten Weg­bereitern der Kinder­psycho­therapie und gilt als einer der einflußreichsten Psycho­analytiker unserer Zeit.

In seinen zahlreichen Büchern und Abhand­lungen konnte er aus vierzig Jahren Berufs­erfahrung im Kinder­kranken­haus Paddington sowie in eigener Praxis schöpfen und sich auf die Behandlung von mehr als 60 000 Fällen stützen. Berühmt wurde sein Konzept der frühkindlichen Ent­wicklung, in dem er Begriffe wie „Übergangsobjekt“ und „Über­gangs­raum“ geschaffen hat.

Thema seines letzten Buches, das am prak­tischen Beispiel eindrucksvoll illustrierter Fallstudien Konzept und Methode der thera­peutischen Beratung entwickelt, ist die Anwendung der Psychoanalyse auf die Kindertherapie. Ausgehend von seiner berühmten Squiggle- oder Schnörkel­spiel-­Technik und dem exakt protokollierten Spiel­verlauf erarbeitet Winnicott das klinische Material.

Winnicott führte diese zunächst ungewöhn­liche Technik in die thera­peutische Behandlung von Kindern ein. Der Kontakt zum Kind in einer ersten Begegnung baut sich über Zeichnungen auf. Patient und Therapeut beteiligen sich an einem gemein­samen Spiel, zu dem sie lediglich Stift und Papier benö­tigen: Kind oder Therapeut im Wechsel beginnen mit einer Kritzelei, in die das Gegenüber hinein­zeichnet. In rascher Folge erar­beiten so beide gemeinsam die Ge­schichte dieses Falles, doku­mentieren sie und kommunizieren darüber. In einer solchen Serie spon­taner Zeichnungen tritt Bedeut­sames zutage.

Die Skala der vorgestellten Fallstudien umfasst sowohl leicht auffällige als auch schwer geschädigte Kinder. In manchen Fällen ist die therapeutische Beratung nur das Vorspiel für eine intensive psycho­thera­peutische Behandlung. Oft setzt dieses Erst­gespräch aber auch soviel Veränderung und Heilung in Gang, daß eine Weiter­behandlung nicht mehr erforderlich ist.

Winnicotts Fähigkeit, komplizierte psycho­thera­peutische Zusammen­hänge mit einem Minimum an theo­retischem Kommentar anschaulich darzu­stellen, markiert den beson­deren Rang dieses Buches. Es kann all denen, die thera­peutisch oder beratend mit Kindern arbeiten, als Lehrmaterial dienen, seien es Kinder­analytiker, Kinder­psycho­therapeuten und Kinder­psychiater, Erziehungs­berater oder andere Angehörige helfender Berufe.